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How to Avoid Seasickness While Scuba Diving: A Diver's Guide
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🤢 Seekrankheit beim Tauchen vermeiden: Ein Ratgeber für Taucher

GBVon Grand Bay Dive TeamVeröffentlicht Aktualisiert

Seekrankheit hält mehr Taucher vom Wasser fern als jedes andere körperliche Problem außer Ohrproblemen. Das Frustrierende daran: Mit dem Tauchen selbst hat sie nichts zu tun – sobald Sie unter Wasser sind, verschwinden die Symptome meist innerhalb von Minuten. Den Schaden richtet die Bootsfahrt an. Die gute Nachricht: Seekrankheit lässt sich mit der richtigen Kombination aus Vorbereitung, Medikamenten und Verhalten an Bord sehr gut in den Griff bekommen. Dieser Ratgeber erklärt, was Seekrankheit verursacht, welche Medikamente sich lohnen (und bei welchen Taucher vorsichtig sein sollten), welche natürlichen Mittel tatsächlich helfen, welche Verhaltenstipps an Bord wirken und was Sie tun können, wenn Ihnen unterwegs schlecht wird.

Was Seekrankheit wirklich verursacht

Trotz des Namens ist nicht das Wasser die Ursache, sondern die Bewegung. Divers Alert Network erklärt den Mechanismus als sensorischen Widerspruch. Das Gleichgewichtsorgan in Ihrem Innenohr registriert die Bewegungen des Bootes – Stampfen, Rollen, Gieren –, während Ihre Augen, die auf das scheinbar ruhige Bootsinnere oder den Horizont gerichtet sind, oft nicht dieselbe Bewegung sehen. Ihr Gehirn erhält widersprüchliche Informationen darüber, ob Sie sich bewegen oder nicht, schließt daraus, dass etwas nicht stimmt (urzeitlich gedacht: möglicherweise eine Vergiftung), und löst als Schutzreaktion Übelkeit aus. Derselbe Mechanismus steckt hinter der Reisekrankheit im Auto, der Luftkrankheit und der Simulatorkrankheit, die manche bei VR-Brillen bekommen. Deshalb hilft es, auf den Horizont zu schauen – er gibt Ihren Augen einen stabilen Bezugspunkt, der zu dem passt, was Ihr Innenohr wahrnimmt.

Das erklärt auch, warum die Seekrankheit unter Wasser verschwindet. Sobald Sie unter der Oberfläche sind, ist die Bootsbewegung weg, das Wasser um Sie herum ist ruhig, und Gleichgewichtssinn und Sehsinn stimmen wieder überein. Viele Taucher, denen es auf dem Boot miserabel geht, berichten, dass es ihnen in dem Moment, in dem sie abtauchen, wieder völlig gut geht. Der Trick ist, die Bootsfahrt zu überstehen.

Medikamente, die wirken

Mehrere rezeptfreie und verschreibungspflichtige Medikamente beugen Seekrankheit wirksam vor. Die entscheidende Frage für Taucher ist, welche davon unter Wasser sicher sind – manche haben Nebenwirkungen (vor allem Müdigkeit), die die Sicherheit beim Tauchen beeinträchtigen.

Bonine (Meclizin): Für Taucher oft die erste Wahl. Es wirkt, ist in den meisten Ländern rezeptfrei erhältlich und macht deutlich weniger müde als andere Mittel. Halten Sie sich an die Packungsbeilage: in der Regel eine Dosis einmal täglich, erstmals etwa eine Stunde vor dem Einsteigen ins Boot. Manche Menschen macht es trotzdem müde, testen Sie es also vor einem Tauchtag.

Dramamine (Dimenhydrinat): Wirkt gut, aber die ursprüngliche Rezeptur macht spürbar müde, was beim Tauchen ein echtes Problem ist. Die Dramamine-Variante „Less Drowsy“ enthält tatsächlich Meclizin – denselben Wirkstoff wie Bonine. Wenn Sie zu Dramamine greifen, nehmen Sie gezielt die „Less Drowsy“-Version.

Stugeron (Cinnarizin): In den meisten Ländern außerhalb der USA rezeptfrei erhältlich und bei europäischen Tauchern beliebt. Viele Taucher berichten, dass es besser wirkt als Bonine und ähnlich wenig müde macht. Es lohnt sich, es zu besorgen, wenn Sie es bekommen.

Scopolamin-Pflaster (Transderm Scop): Verschreibungspflichtig. Das Pflaster wird hinter das Ohr geklebt und gibt den Wirkstoff langsam über bis zu drei Tage ab, was für mehrtägige Touren auf einem Tauchschiff (Liveaboard) oder mehrere Bootstage hintereinander praktisch ist. Einiges sollten Sie aber vorher wissen. Zu den Nebenwirkungen gehören Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen, Müdigkeit und gelegentlich Verwirrtheit oder Halluzinationen. Für Taucher noch wichtiger: Über die von DAN und PADI genannten Nebenwirkungen hinaus warnt die Fachinformation davor, dass die Anwendung über mehrere Tage Entzugserscheinungen auslösen kann, die einer Dekompressionskrankheit ähneln – Schwindel, Übelkeit, Erbrechen nach dem Entfernen des Pflasters –, was die Diagnose erschweren könnte, falls bei einem Tauchgang tatsächlich etwas schiefgeht. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ausdrücklich über das Tauchen, bevor Sie sich ein Rezept geben lassen, und probieren Sie ein Pflaster niemals zum ersten Mal an einem Tauchtag aus.

Die Grundregel für alle diese Medikamente: Testen Sie sie zuerst an einem Tag ohne Tauchen. Müdigkeit wirkt bei jedem anders, und Sie möchten nicht erst auf 18 Metern bei schlechter Sicht herausfinden, dass Sie stark darauf reagieren. Nehmen Sie zu Hause eine normale Dosis, beobachten Sie, wie Sie sich damit fühlen, und entscheiden Sie dann, ob es fürs Tauchen sicher ist.

Natürliche Mittel

Ingwer: Ingwerbonbons, Ingwertee, Ginger Ale (mit echtem Ingwer, nicht künstlich aromatisiert) und kandierter Ingwer helfen vielen Tauchern. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Ingwer Magenkontraktionen verringert, was die Übelkeit lindert. Der Vorteil gegenüber Medikamenten: keine Müdigkeit und kaum Nebenwirkungen. Die Wirkung ist individuell verschieden – manche Taucher schwören darauf, andere finden sie schwach –, aber ein Versuch schadet nicht.

Sea-Band-Akupressurbänder: Elastische Armbänder mit einer kleinen Perle, die auf den Akupressurpunkt P6 an der Innenseite jedes Handgelenks drückt. Die wissenschaftliche Datenlage ist gemischt, aber in der Praxis helfen sie vielen Menschen und haben keinerlei Nebenwirkungen – sie gehören also in Ihre Tauchtasche. Legen Sie sie vor dem Einsteigen an, nicht erst, wenn die Symptome beginnen.

Pfefferminze: Pfefferminztee oder Pfefferminzbonbons helfen manchen Menschen bei leichter Übelkeit. Weniger zuverlässig als Ingwer, aber eine günstige Option, die sich mit anderen Maßnahmen kombinieren lässt.

Trinken und Essen: Flüssigkeitsmangel verstärkt die Übelkeit. Trinken Sie vor und während der Bootsfahrt regelmäßig Wasser – kleine Schlucke, keine großen. Essen Sie mindestens eine Stunde vor dem Einsteigen ein leichtes Frühstück (nichts Schweres, Fettiges oder Saures; Toast, Banane, einfache Cracker oder Haferbrei sind eine gute Wahl). Fahren Sie nicht mit leerem Magen hinaus; ein leerer Magen macht Seekrankheit eher wahrscheinlicher, nicht unwahrscheinlicher. Und am Vorabend kein Alkohol.

An Bord: Verhaltenstipps, die helfen

Bleiben Sie draußen, nicht unter Deck. In einer Kabine oder unter Deck zu sitzen ist der schlechteste Platz bei Seekrankheit – ein geschlossener Raum, kein Horizont in Sicht, oft kombiniert mit starken Gerüchen (Treibstoff, Essen, Sonnencreme). Bleiben Sie auf dem offenen Deck, wo Sie den Horizont sehen, den Wind spüren und frische Luft atmen können.

Schauen Sie auf den Horizont. Das ist das wirksamste kostenlose Mittel überhaupt. Suchen Sie sich einen festen Punkt am Horizont – Land, wenn es zu sehen ist, sonst einfach die Linie, an der Meer und Himmel sich treffen – und schauen Sie ihn an. So bekommen Ihre Augen einen visuellen Bezugspunkt, der zu dem passt, was Ihr Innenohr wahrnimmt, und der Widerspruch, der die Übelkeit auslöst, löst sich auf.

Nicht lesen, nicht scrollen, nicht auf Instrumente starren. Wenn Sie auf etwas nahe vor Ihrem Gesicht schauen – Handydisplay, Buch, Handbuch des Tauchcomputers, Ausrüstungstasche –, verlieren Ihre Augen den Bezug zum Horizont, und die Seekrankheit setzt schneller ein. Der häufigste Fehler von Tauchanfängern: auf der Fahrt hinaus aufs Handy schauen und sich dann wundern, warum es ihnen beim Anlegen der Ausrüstung miserabel geht.

Setzen Sie sich mittschiffs. Die Mitte des Bootes – zwischen Bug und Heck – bewegt sich am wenigsten. Der Bug hebt und senkt sich bei Dünung am stärksten; das Heck kann stampfen und gieren. Die Mitte ist der ruhigste Platz. Auf Tauchbooten sind das meist die mittleren Sitzbänke, nicht die Plätze vorn oder hinten an der Reling.

Meiden Sie starke Gerüche. Dieselabgase, Treibstoffgeruch aus dem Motorraum, Sonnenöl, Zigarettenrauch und sogar das Frühstück anderer Leute können Übelkeit auslösen oder verstärken. Setzen Sie sich nach Möglichkeit in Luv des Motors, also so, dass der Wind die Abgase von Ihnen wegträgt, und meiden Sie auf größeren Booten den Küchen- bzw. Kombüsenbereich.

Gehen Sie früh ins Wasser. Wenn Ihnen auf dem Boot schlecht wird, sagen Sie es Ihrem Tauchguide und fragen Sie, ob Sie als einer der Ersten ins Wasser dürfen. Sobald Sie untergetaucht sind, lassen die Symptome meist innerhalb weniger Minuten nach. Die meisten seriösen Tauchbasen lassen seekranke Taucher gern früher ins Wasser – das löst das Problem für beide Seiten.

Wenn Ihnen schlecht wird

Hat die Seekrankheit erst einmal eingesetzt, ist Vorbeugen keine Option mehr – jetzt geht es darum, damit umzugehen. Gehen Sie sofort an die frische Luft, falls Sie nicht schon draußen sind. Setzen Sie sich, statt zu stehen. Suchen Sie sich einen Punkt am Horizont und halten Sie den Blick darauf. Trinken Sie langsam kleine Schlucke Wasser. Sagen Sie Ihrem Tauchguide Bescheid, damit er weiß, was los ist, und entsprechend planen kann. Wenn Sie Ingwerbonbons haben, nehmen Sie eins. Nehmen Sie keine Medikamente mehr, wenn die Symptome schon begonnen haben – sie wirken nicht schnell genug, und die meisten Mittel sind zum Vorbeugen gedacht, nicht zur Behandlung.

Wenn Sie sich übergeben müssen, beugen Sie sich über die Leeseite (die dem Wind abgewandte Seite) des Bootes – wichtig für alle anderen an Bord. Versuchen Sie nicht, es bis zur Toilette zu schaffen; das gelingt fast nie, und die Toilette ist der schlechteste Ort, wenn man seekrank ist. Nach dem Erbrechen fühlen Sie sich meist deutlich besser. Spülen Sie den Mund aus, trinken Sie kleine Schlucke Wasser und sagen Sie Ihrem Tauchguide, ob Sie noch tauchen möchten. Viele Taucher machen ihren besten Tauchgang direkt nach einer rauen Bootsfahrt – unter Wasser sind die Symptome verschwunden.

Erbrechen durch den Atemregler

Das sollten Sie wissen, denn es kommt vor. Wenn Ihnen unter Wasser übel wird, lautet der einhellige Rat aller Organisationen für Tauchsicherheit: Lassen Sie den Atemregler im Mund und erbrechen Sie durch ihn hindurch. Der Atemregler ist dafür ausgelegt – er hat ein Auslassventil, das nur in eine Richtung öffnet und alles ins Wasser drückt –, und Ihre Ausrüstung kommt damit problemlos zurecht. Den Atemregler zum Erbrechen herauszunehmen ist gefährlich, weil Sie dabei oder unmittelbar danach einatmen und Wasser in die Lunge ziehen könnten. Lassen Sie ihn drin, atmen Sie kräftig aus, und das System reinigt sich selbst. Spülen Sie anschließend den Mund mit Meerwasser aus, atmen Sie ein paarmal normal und signalisieren Sie Ihrem Buddy, dass alles in Ordnung ist (oder dass Sie aufsteigen müssen, wenn nicht). Das ist nicht schön, aber sicher und Routine, und Ihr Tauchguide hat es schon erlebt.

Die richtige Bootsausfahrt, wenn Sie anfällig sind

Wenn Sie wissen, dass Sie zu Seekrankheit neigen, wählen Sie Tauchausflüge mit kürzeren Bootsfahrten und ruhigerem Wasser. Die lokalen Tauchplätze in Punta Cana liegen meist 15 bis 25 Minuten vom Anleger entfernt – kurz genug, dass die meisten Menschen ohne größere Probleme zurechtkommen. Die Insel Catalina ist ein längerer Tag – etwa 90 Minuten Fahrt auf der Straße nach La Romana, dann jeweils 30 Minuten Bootsfahrt pro Strecke. Auch nach Bayahibe sind es etwa 90 Minuten auf der Straße, aber die meisten Tauchplätze dort liegen nur wenige Minuten vor der Küste, sodass die Zeit auf dem Boot kurz ist.

Größere Boote mit tieferem Rumpf liegen in rauem Wasser besser als kleine offene Boote. Katamarane (zwei parallele Rümpfe) liegen stabiler als Einrumpfboote und sind für empfindliche Passagiere meist die angenehmste Option. Wenn für den Tag starker Wind und hohe Dünung vorhergesagt sind, fragen Sie, ob der Anbieter an dem Tag ein kleineres oder größeres Boot einsetzt, und ziehen Sie eine Verschiebung in Betracht, wenn Sie flexibel sind.

Ihr persönlicher Plan gegen Seekrankheit

Die meisten Taucher, die seekrank werden, kombinieren mehrere Maßnahmen, statt sich auf eine einzige zu verlassen. Ein typischer wirksamer Plan für jemanden mit mittlerer Anfälligkeit könnte so aussehen: am Vorabend ein leichtes Abendessen ohne Alkohol; Bonine (Meclizin) nach Packungsbeilage, in der Regel einmal täglich, etwa eine Stunde vor dem Einsteigen; ein leichtes Frühstück 60 bis 90 Minuten vor der Bootsfahrt (Toast und Banane); Sea-Bands vor dem Einsteigen anlegen; auf dem Weg zum Anleger Ingwerbonbons lutschen; an Bord draußen bleiben, mittschiffs sitzen, auf den Horizont schauen, regelmäßig Wasser trinken und nicht aufs Handy schauen. Wenn Ihnen mulmig wird, fragen Sie, ob Sie als einer der Ersten ins Wasser dürfen.

Für stark anfällige Menschen – alle, die wegen Seekrankheit schon im Krankenhaus waren oder denen es auf jeder Bootsfahrt unabhängig von den Bedingungen elend geht – gilt: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über ein Scopolamin-Rezept speziell fürs Tauchen, und wählen Sie Tauchziele und Ausfluglängen sorgfältig. Eine Tour auf einem Tauchschiff (Liveaboard) ist wahrscheinlich nicht der beste Einstieg ins Tauchen; sammeln Sie zuerst Erfahrung auf Tagesbooten mit kurzen Fahrten.

Besondere Fälle: Schwangerschaft, Kinder und ältere Menschen

Verschiedene Lebensphasen bringen unterschiedliche Einschränkungen dafür mit sich, was sicher und wirksam ist. Schwangere sollten überhaupt nicht tauchen (ein eigener medizinischer Konsens, unabhängig von der Seekrankheit), aber für Bootstage ohne Tauchen sind Ingwer und Sea-Bands die üblichen Empfehlungen, weil sie ganz ohne Medikamente auskommen; Mittel gegen Reisekrankheit, Scopolamin-Pflaster eingeschlossen, sollten nur auf ärztlichen Rat angewendet werden. Sprechen Sie vor der Reise immer mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Bei Kindern unter 12 Jahren wird Meclizin (Bonine) ohne kinderärztliche Beratung in der Regel nicht empfohlen, und Dimenhydrinat (das ursprüngliche Dramamine) macht die meisten Kinder extrem müde, was in Wassernähe gefährlich ist. Ingwer-Kaubonbons, Sea-Bands und Verhaltensstrategien (Blick auf den Horizont, keine Bildschirmzeit, leichte Snacks) sind die sicherere erste Wahl. Es gibt Darreichungsformen für Kinder, die aber zusammen mit einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt ausgewählt werden sollten, nicht einfach aus dem Regal.

Ältere Menschen kommen mit Reisekrankheit oft besser zurecht als in ihrer Kindheit (die Anfälligkeit nimmt mit dem Alter häufig ab), haben aber mit anderen Komplikationen zu tun. Viele Mittel gegen Seekrankheit haben Wechselwirkungen mit Blutdruckmedikamenten, Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln und Antidepressiva. Vor allem Scopolamin kann bei älteren Patienten Verwirrtheit, verschwommenes Sehen und Harnverhalt verursachen – in der Regel nicht die erste Wahl. Bringen Sie vor jeder Reise eine aktuelle Medikamentenliste zu Ihrem Arzt und fragen Sie gezielt nach Wechselwirkungen; die rezeptfreien Mittel sind in Kombination mit verschreibungspflichtigen Medikamenten nicht immer harmlos.

Gewöhnung über mehrere Tauchtage

Wenn Sie mehrere Tage hintereinander tauchen, gewöhnt sich Ihr Körper tatsächlich daran. Seeleute kennen das Phänomen gut – man wird „seefest“. Das Gleichgewichtssystem stellt sich auf das Bewegungsmuster auf See ein, und was am ersten Tag unerträglich war, ist am dritten Tag oft gut auszuhalten. Das heißt nicht, dass Sie sich am ersten Tag durch eine schwere Seekrankheit quälen sollten – das prägt nur eine stärkere Abneigung. Die Strategie lautet: früh in der Reise wirksam vorbeugen, damit Sie positive Erfahrungen auf dem Boot machen, und die Medikamente dann reduzieren, während Ihre Toleranz wächst. Viele Taucher auf mehrtägigen Reisen berichten, dass sie in der zweiten Woche gar nichts mehr brauchen.

Gut zu wissen: Diese Anpassung kann sich an Land wieder umkehren. Manche Taucher erleben ein sogenanntes Mal de Débarquement – ein anhaltendes Bewegungsgefühl für einige Tage nach einer Reise mit vielen Bootstagen. Es ist harmlos, verschwindet meist innerhalb einer Woche von selbst, und dass es überhaupt auftritt, ist eigentlich ein Beleg dafür, dass sich Ihr Gleichgewichtssystem erfolgreich an die Bootsbewegung angepasst hatte.

Bootsausfahrten mit möglichst wenig rauem Wasser

Neben Medikamenten spielt die Ausfahrt, die Sie buchen, eine größere Rolle, als vielen bewusst ist. Größere Boote rollen bei kurzer, steiler See weniger als kleine – ein 12-Meter-Tauchboot fährt sich ganz anders als ein 6-Meter-Festrumpfschlauchboot (RIB). Katamarane sind bei mäßiger Dünung deutlich stabiler als Einrumpfboote, weil die zwei Rümpfe dem Rollen entgegenwirken. Näher gelegene Tauchplätze bedeuten weniger Zeit auf dem Wasser, und das summiert sich: Eine 15-minütige Überfahrt ist selten ein Problem, eine 90-minütige Überfahrt bei Kabbelwasser schon. Morgendliche Ausfahrten haben meist ruhigeres Wasser als Nachmittagsausfahrten, weil sich Passatwinde und thermische Effekte an den meisten Orten in der Karibik im Lauf des Tages aufbauen. Ihre Tauchbasis direkt nach den typischen Bedingungen an den jeweiligen Tauchplätzen des Tages zu fragen – und bereit zu sein, einen rauen Tag zugunsten eines ruhigeren auszulassen – ist ein wirksameres Mittel als jedes Medikament.

Wenn Sie die längeren Ausflüge abwägen, beschreiben unser Ratgeber zum Tauchen an der Insel Catalina und unser Beitrag dazu, ob sich der Tagesausflug nach Bayahibe lohnt, jeden dieser Tage von der Abholung bis zur Rückfahrt – so können Sie einschätzen, wie viel Zeit Sie auf der Straße und auf dem Wasser verbringen.

Tauchen in Punta Cana trotz Neigung zur Seekrankheit

Die Karibikseite der Dominikanischen Republik hat im Allgemeinen ruhigeres Wasser als die Atlantikseite; Punta Cana an der Ostspitze liegt zum Atlantik hin. Die lokalen Tauchplätze erreichen Sie den größten Teil des Jahres mit kurzen Bootsfahrten in geschütztem Wasser. Wenn Sie wegen Seekrankheit nervös sind, beginnen Sie mit lokalen Tauchgängen, bevor Sie Catalina oder Bayahibe angehen – wenn Sie zwei oder drei Tage mit kurzen Fahrten ohne Probleme hinter sich haben, können Sie besser einschätzen, wie Ihr Körper mit den längeren Ausflügen zurechtkommt. Wenn Sie Ihrem Tauchguide auf dem Boot sagen, dass Sie zu Seekrankheit neigen, kann er Sie auf den ruhigsten Platz setzen, Sie als Ersten ins Wasser lassen und Sie in den Oberflächenpausen im Auge behalten. Melden Sie sich vor Ihrer Reise über unsere Kontaktseite, wenn Sie Hilfe bei einem Tauchplan möchten, der rauem Wasser möglichst aus dem Weg geht.

Bereit, es selbst zu erleben?

Über das Tauchen zu lesen ist eine Sache – unter Wasser zu atmen eine andere. Tauchen Sie mit uns in Punta Cana.

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